Hier shooten Aschaffenburger Fotografen am liebsten Teil I

Aschaffenburg ist bunt. Unser bayerischen Städtchen am Untermain hat so viele wunderschönen Ecken und Plätzchen. Und damit sind nicht nur die offensichtlichen Touristen-Hotspots wie das Schloss Johannisburg gemeint. Gerade am Fotomarathon bist du den gesamten Tag unterwegs und siehst viele Straßen und Gegenden in einem ganz neuen Licht.

Bevor es am 2. Juli 2016 wieder losgeht, wollen wir euch noch ein bisschen inspirieren. Deswegen haben wir uns bei einigen lokalen Fotografen umgehört. Wir wollten von ihnen wissen, wo sie sich am liebsten aufhalten und was sie beim Fotografieren inspiriert. Der eine oder andere Fototipp ist natürlich auch dabei. Den Anfang machen Ben von blendstufe.de, Michaela Jordan von art obscura photography und unser Jurymitglied Timo Raab. In den nächsten Wochen werden weitere Interviews folgen.

Schaut also regelmäßig hier vorbei und folgt uns auf Facebook, Twitter oder Instagram, wenn ihr nichts verpassen wollt. So bleibt ihr immer auf dem Laufenden. Natürlich freuen sich auch unsere Fotografen, wenn ihr auf ihren Seiten vorbeischaut.

 

„Lasst euren ganzen Scheiss daheim.“
Ben von blendstufe.de

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„Aschaffenburg bedeutet für mich Vielfalt und Heimat. Mein Lieblingsort ist eigentlich das kleine Feld an der Autobahnauffahrt Hösbach. Dort hat man von allem etwas. Urbane Graffiti an der Einhausung, Schilffelder und Holzhintergründe, Wasser und das ganze in wunderschönem Sonnenuntergangslicht.

Fotografieren lässt sich aber auch besonders gut in der Innenstadt, weil es da sehr strukturierte Hintergründe wie Rolltore, Backsteinwände oder die Mainbrücke gibt. Damit lassen sich nahezu alle Felder der Fotografie bedienen. Portraits vorm Rolltor, Langzeitbelichtungen vom Main und Makros von Insekten rechts und links am Ufer.

Mein Alltagstipp für Fotografen ist: Lasst euren ganzen Scheiss daheim. Nehmt die Kamera, lernt das Licht zu lesen und zu deuten und macht eure Bilder. Das gilt besonders für die Peoplefotografie. Reflektoren, Abschatter, Blitze, das alles braucht es zunächst nicht. Licht, Bildkomposition und Fotograf und Modell, welche mit Freude an der Sache sind.

Mich inspiriert in erster Linie das Licht an sich. Ich saß schon oft aufgekratzt wie ein kleiner Schuljunge vorm ersten Tag im Auto, weil ich einen Sonnenuntergang mit unheimlich toll gefärbtem Licht gesehen habe. Oder weil ich eine Lichtung entdeckt habe, die wie eine Insel aus diffusem Licht im Dunkel des Waldes erkennbar war. Klar gibt es auch fotografische Vorbilder, aber es ist an sich das Licht, das mich immer wieder fesselt und begeistert.“

 

„Meine Blende ist immer offen.“
Michaela Jordan von art obscura photography

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„Mein Lieblingsplatz in Aschaffenburg zum Fotografieren ist ganz klar der Magnolienhain im Schöntal. Einfach atemberaubend schön und dadurch, dass die Blütezeit dort recht kurz ist, lernt man die Kulisse gut zu schätzen. Aschaffenburg bedeutet für mich Heimat, zuhause sein.

Ich fotografiere grundsätzlich gerne da, wo gutes Licht ist. Für mich braucht es keine prachtvollen Schlösser oder mit Graffiti verzierten Hauswände. Wenn im Schatten einer alten Halle schönes, softes Licht ist, ist das mein place to be.

Mich inspiriert eindeutig das Wühlen in einschlägigen Blogs und Portfolio. Es gibt unzählige Möglichkeiten, ein und denselben Blumenstrauß zu fotografieren und jedes Mal bin ich hin und weg, wenn ich etwas Neues entdecken kann. Mein Fototipp: Meine Blende ist immer offen!“

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© art obscura: ein Bild aus dem Magnolienhain

 

„Do not fear High-ISO!“
TImo Raab Fotografie

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„Eigentlich mag ich Aschaffenburg aufgrund der großen Vielfalt, der Abwechslung. Die Stadt bedeutet für mich mittlerweile Heimat, Freunde und Freude & bayerisches Nizza! Welcher Platz mir besonders am Herzen liegt, ist der Park Schönbusch. Klar, ist ein Klassiker und von Jung und Alt gemocht. Jedoch bevorzuge ich den hinteren Teil, in dem weniger „Touristen“ unterwegs sind. Dort sind wunderschöne Wege, kleine Brücken, verträumte Wälder und wunderbare Wiesen. Ich spaziere hier gerne mit unserem Hund, lass mich von den Eindrücken inspirieren und sortiere dort meine Gedanken neu.

Natürlich lässt sich im Schönbusch auch sehr gut fotografieren – jedoch würde ich zum Fotografieren an den angrenzenden Nilkheimer Park ausweichen. Ich liebe diesen Park, er ist klein, hat aber einiges zu bieten. Von einer schönen Allee, kleinen Ruinen über Steinskulpturen bis hin zu dem Pavillon mit seinen Steinsäulen. Meiner Meinung nach wird dieser Park absolut unterschätzt.

Immer wieder sehe ich Leute, die lieber eine längere Verschlusszeit in Kauf nehmen und das Bild ggf. dadurch verwackeln anstatt die ISO einfach um ein paar Werte nach oben zu schrauben. Do not fear High-ISO! Aktuelle Kameras können ohne Probleme mit ISO 800 – 1.600 Bilder aufnehmen, ohne dass das Bildrauschen einen drastischen Einfluss hat. Bei Vollformatkameras der aktuellen Reihen sind auch ISO Werte jenseits der 4.000 häufig kein Problem. Lieber etwas Korn/Rauschen anstatt verwackelt. 😉

Inspiration hole ich mir aus meinem Umfeld – besonders wenn ich mit unserem Hund spazieren gehe. Aber auch aus Filmen, Bilder anderer Fotografen. Wichtig dabei ist für mich immer, dass Inspiration nicht für ein Plagiat bzw. eine einfache Kopie dient, sondern um etwas Neues/Eigenes zu schaffen.“

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©Tmo Raab: Märchenhaftes Shooting im Nilkheimer Park

Hast du Lust auf mehr Lesestoff? In Teil II sprechen wir mir Martin Kühn, Julia Knörzer und Alexander Staab.